Transkript des Videos anzeigen
Redaktionell bereinigtes Transkript des oben eingebundenen Videos von Johannes trinkt Wein.
Bevor du jetzt fleißig anfängst zu tasten, will ich dir noch mal drei Basics mit an die Hand geben, einfach als Tipps. Das ist keine Pflicht, aber es hilft erfahrungsgemäß, um wirklich das Meiste aus diesem Tasting und aus den Weinen herauszuholen.
Punkt eins ist die Wahrnehmung des Weins. Die meisten Leute kaufen sich einen Wein, bestellen sich einen Wein und trinken. Fertig. Da lässt man aber super viel auf der Strecke. Geht natürlich, aber wenn ich mich wirklich damit beschäftigen möchte, dann teilt man es eigentlich auf drei Sinne auf.
Das Erste: Man schaut sich die Farbe des Weins an. Da hilft es, wenn man einen weißen oder hellen Hintergrund nimmt und einfach mal vergleicht, wie sich die Farben unterscheiden. Fortgeschrittene können daraus auch schon einige Informationen herauslesen: Wie alt ist der Wein? Wurde er im Holz ausgebaut oder nicht? Und wo kommt er her? Aber am Anfang ist es erst mal spannend, überhaupt wahrzunehmen: Es gibt Farbunterschiede, nicht nur Weiß und Rot.
Der zweite Punkt ist das Riechen, und Riechen ist das Unterschätzteste überhaupt. Diese Weinkenner, die stundenlang ihre Nase ins Glas halten und überlegen, welche abstrusen Aromen sie da herausriechen: Das wirkt manchmal ein bisschen nervig. Aber es geht vor allem darum, dass wir die Aromen über die Nase wahrnehmen, nicht über die Zunge. Ob es jetzt Erdbeere ist, ob es Blumen sind, ob es Früchte sind oder was auch immer. Einfach mal hineinriechen und gar nicht darüber nachdenken, was richtig oder falsch ist, sondern nur überlegen: Was assoziiere ich mit diesem Aroma? Es kann Stachelbeere sein, aber vielleicht nicht die Stachelbeere, wie man sie sich klassisch vorstellt. Vielleicht habe ich mal einen Stachelbeer-Joghurt oder -Kuchen gegessen, und daran erinnert mich das. Das kann man sich notieren, und so wird man immer fitter, versteht den Wein besser und die Rebsorte, die dahintersteht.
Und wenn man das getan hat, kommt der dritte Schritt, der vielleicht auch am meisten Spaß macht: das Trinken. Auch da gilt: Wenn ich ein bisschen Luft nachziehe, verbreitet sich der Geschmack noch mal mehr im Mund. Dann geht es vor allem darum: Wie sind Süße und Säure? Spielen sie schön zusammen, hat der Wein eine schöne Balance? Oder ist mir die Säure viel zu stark oder die Süße ein bisschen zu aufdringlich? Da geht es viel um dieses Gefühl. Und dann natürlich auch darum: Hat der Wein einen schönen Trinkfluss? Oder ist es eher ein Wein, der zwar spannend ist, aber bei dem ich nach einem Glas sage: Das war’s jetzt für mich. Wie gesagt: Jeder kann tun und lassen, wie es ihm beliebt. Aber wenn ich mich wirklich mit Wein beschäftigen und das Maximale herausholen möchte, dann ist das einfach die Methode, um Wein wirklich zu erleben.
Punkt Nummer zwei: Leg dir ein Blatt Papier und einen Stift zur Seite. Ich persönlich finde es immer hilfreich, wenn ich mir ein paar Notizen machen kann und versuche, Gedanken oder Aromen klar auszuformulieren und aufzuschreiben. Dann kann man am Ende der Verkostung noch mal darauf schauen und hat einen bleibenden Gesamteindruck. Kann man machen, muss man nicht.
Und Tipp Nummer drei, das ist ehrlicherweise ein bisschen mehr Vorbereitung: Man sollte sich nicht direkt vorher die Zähne geputzt haben, sonst entsteht dieser unschöne Geschmack im Mund. Man kennt es auch von sauren Fruchtsäften. Außerdem sollte man nicht zu viel Parfüm tragen. Ich lasse es in der Regel komplett weg, einfach weil das Riechen so wichtig ist. Viel Parfüm irritiert die Nase und betäubt sie im Zweifel sogar ein bisschen. Der dritte Punkt ist das Essen: Man kann gerne ein bisschen Baguette oder Grissini dazu snacken, etwas möglichst Neutrales. Wenn ich wirklich etwas dazu essen möchte, muss ich mir bewusst sein: Das kann super sein, aber dann verändere ich den Geschmack und die Wahrnehmung des Weins wieder komplett. Und auf die Aioli davor sollte man vielleicht auch verzichten. Sonst schmecke ich nur noch Knoblauch, und der betäubt ein bisschen die Geschmacksnerven.
Wein verkosten wie ein Profi: die drei Basics aus dem Video
Eine Weinprobe zu Hause braucht weder Sommelier-Ausbildung noch teures Equipment, nur ein bisschen Methode. Im oben eingebundenen Video erklärt Johannes vom YouTube-Kanal Johannes trinkt Wein die drei Basics, mit denen jede Weinverkostung mehr Erkenntnis und mehr Genuss bringt: die bewusste Wahrnehmung über drei Sinne, das Notieren der Eindrücke und die richtige Vorbereitung. Wir fassen die Inhalte des Videos hier zusammen.
1. Wein mit drei Sinnen wahrnehmen: Sehen, Riechen, Schmecken
Der größte Fehler beim Wein-Tasting: einfach nur trinken. Wer Wein wirklich verkosten will, teilt die Wahrnehmung in drei Schritte auf. Zuerst die Farbe: Vor einem weißen oder hellen Hintergrund lassen sich Farbunterschiede erkennen, aus denen Fortgeschrittene sogar Alter, Holzausbau und Herkunft des Weins ablesen können. Dann das Riechen, laut Johannes der am meisten unterschätzte Teil der Weinverkostung: Aromen wie Erdbeere, Blumen oder andere Früchte nehmen wir über die Nase wahr, nicht über die Zunge. Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch, entscheidend ist die eigene Assoziation. Erst dann kommt das Schmecken: Wer beim Trinken etwas Luft nachzieht, verstärkt den Geschmack im Mund und kann Süße, Säure, Balance und Trinkfluss bewusst beurteilen.
2. Notizen machen und ein Gedächtnis für Wein entwickeln
Ein Blatt Papier und ein Stift reichen: Wer seine Eindrücke bei der Weinprobe notiert, also Aromen, Assoziationen und den Gesamteindruck, formuliert Gedanken klarer aus und behält einen bleibenden Eindruck. Mit jeder Verkostung wird man so fitter darin, Weine und ihre Rebsorten zu verstehen und wiederzuerkennen.
3. Die richtige Vorbereitung: Was man vor einer Weinprobe vermeiden sollte
Drei Dinge stören die Sensorik beim Wein-Tasting erheblich: Zähneputzen direkt vorher (hinterlässt einen unangenehmen Geschmack, wie man es von sauren Fruchtsäften kennt), Parfüm (irritiert und betäubt die Nase, die beim Verkosten das wichtigste Werkzeug ist) und intensives Essen wie Knoblauch. Als Begleitung eignet sich Neutrales wie Baguette oder Grissini.
Weinprobe zu Hause organisieren: Anleitung und Praxiswissen
Über die Basics aus dem Video hinaus hilft ein einfacher Ablauf, damit die eigene Weinprobe zu Hause gelingt. Diese sechs Schritte haben sich bewährt:
- Weine auswählen: Für den Einstieg reichen drei bis sechs Weine. Ein roter Faden macht die Verkostung spannender, etwa eine Rebsorte im Vergleich, eine Region oder ein fertiges Probierpaket.
- Weine temperieren: Weißwein und Rosé gehören gut gekühlt ins Glas (etwa 8 bis 12 Grad), Rotwein leicht temperiert (etwa 16 bis 18 Grad). Die Flaschen also rechtzeitig kalt stellen.
- Tisch vorbereiten: Pro Person mindestens ein Glas, dazu stilles Wasser, eine helle Unterlage für die Farbbeurteilung, Stift und Papier für Notizen sowie neutrales Brot oder Grissini.
- Reihenfolge festlegen: Weiß vor Rot, leicht vor schwer, trocken vor süß. Warum das wichtig ist, steht im nächsten Abschnitt.
- Verkosten: Jeden Wein nach den drei Basics aus dem Video probieren: erst die Farbe betrachten, dann riechen, dann schmecken. Eindrücke direkt notieren.
- Abschluss: Am Ende die Notizen vergleichen und Favoriten festhalten. So entsteht mit jeder Weinprobe ein besseres Gespür für den eigenen Geschmack.
In welcher Reihenfolge verkostet man Weine?
Die Grundregel lautet: weiß vor rot, leicht vor schwer, trocken vor süß und jung vor alt. So bleibt die Wahrnehmung frisch, denn ein schwerer oder süßer Wein überdeckt die feinen Aromen eines leichten Weins. Wer mit dem kräftigsten Wein startet, schmeckt bei allen folgenden Weinen deutlich weniger Nuancen. Bei einer reinen Weißweinprobe gilt dieselbe Logik: erst die leichten, frischen Weine, dann die im Holz ausgebauten oder süßeren.
Farbe deuten: Was die Farbskala über den Wein verrät
Im Video empfiehlt Johannes den Blick auf die Farbe vor einem hellen Hintergrund. Mit diesen Faustregeln lässt sich der erste Eindruck einordnen:
| Farbe | Was sie meist bedeutet |
|---|---|
| Helles Gelb mit grünlichen Reflexen | Junger, frischer Weißwein |
| Sattes Gold bis Bernstein | Gereifter Weißwein oder Ausbau im Holzfass |
| Purpur bis Violett | Junger Rotwein |
| Ziegelrot mit bräunlichem Rand | Gereifter Rotwein |
Aromen erkennen: Ein einfaches Aromenrad für Einsteiger
Wer beim Riechen nicht sofort „Stachelbeere” oder „Vanille” benennen kann, denkt am besten in Aromen-Familien:
- Frucht: Zitrus, Apfel und Birne, Steinobst, Beeren, exotische Früchte
- Blumig: Blüten, Holunder, Rose, Veilchen
- Grün und würzig: Gras, Paprika, Kräuter, Pfeffer
- Röstaromen und Holz: Vanille, Toast, Kaffee, Rauch
- Sonstiges: Butter, Hefe, Honig, mineralische Noten
Erst die Familie bestimmen, dann bei Bedarf konkreter werden. Genau das meint Johannes im Video mit den eigenen Assoziationen: Es zählt nicht der Fachbegriff, sondern die Erinnerung, die ein Aroma auslöst.
Häufige Fragen zur Weinprobe zu Hause
Wie verkostet man Wein richtig?
Wein richtig zu verkosten bedeutet, ihn nacheinander mit drei Sinnen wahrzunehmen: erst die Farbe vor hellem Hintergrund betrachten, dann am Glas riechen und die Aromen frei assoziieren, zuletzt schmecken. Dabei etwas Luft nachziehen und auf Süße, Säure, Balance und Trinkfluss achten. Wichtiger als Fachbegriffe ist die eigene, bewusste Wahrnehmung.
Was braucht man für eine Weinprobe zu Hause?
Für eine Weinverkostung zu Hause genügen wenige Dinge: passende Gläser, stilles Wasser zum Neutralisieren, ein heller Hintergrund (z. B. ein weißes Blatt oder eine helle Tischdecke) für die Farbbeurteilung, Stift und Papier für Notizen sowie neutrales Gebäck wie Baguette oder Grissini als Snack zwischen den Weinen.
Was isst man zur Weinprobe?
Zwischen den Weinen eignen sich neutrale Snacks wie Baguette, Weißbrot oder Grissini: Sie neutralisieren den Geschmack, ohne die Wahrnehmung zu verfälschen. Intensiv schmeckende Speisen wie Aioli oder Gerichte mit Knoblauch verändern dagegen die Geschmackswahrnehmung deutlich. Wer zur Weinprobe richtig essen möchte, sollte sich bewusst sein, dass jedes Essen den Eindruck des Weins verändert.
Was sollte man vor einem Wein-Tasting vermeiden?
Direkt vor der Weinprobe sollte man nicht die Zähne putzen, auf Parfüm verzichten und stark schmeckende Speisen wie Knoblauch meiden. All das verfälscht Geruchs- und Geschmackssinn und damit genau die Wahrnehmung, auf die es beim Verkosten ankommt.
Kann man Wein verkosten lernen, auch ohne Vorkenntnisse?
Ja. Weinverkostung ist Übungssache: Wer bei jeder Weinprobe bewusst schaut, riecht und schmeckt und seine Eindrücke notiert, entwickelt Schritt für Schritt ein Gedächtnis für Aromen und Rebsorten. Vorkenntnisse sind nicht nötig, es gibt beim Riechen und Schmecken kein Richtig oder Falsch.





