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Verlockendes Kuala Lumpur

12. Januar 2019
 

1 ½ Wochen zwischen Hochhäusern, Multikulti, Grab und einer Stadt im Umbruch - unsere Kuala Lumpur Erfahrung

Nach unserer ersten Nacht in Malaysia waren unsere Erwartungen auf ein Minimum reduziert (warum, kannst du in KL, wir kommen! nachlesen). Wir packten schnellstmöglich unsere Sachen und fuhren mit dem nächsten Zug in das Central Business District (CBD). Dort angekommen bestellten wir für die letzten Kilometer zu unserer neuen Unterkunft ein Grab-Car. Grab ist sozusagen das asiatische Pendant zu Uber (wobei ich Grab bisher besser finde). Die App ermittelt deinen genauen Standort und zeigt dir die verfügbaren Fahrer in der Nähe an. Bevor du eine Fahrt buchst, kannst du sehen, wie viel es genau kosten wird. Wenn man auf „Buchen“ geht, muss man warten, bis ein Grab-Fahrer die Fahrt bestätigt. Das dauert in der Regel keine Minute. Nach der Fahrt erhälst du die Quittung per E-Mail und du hast die Möglichkeit den Fahrer zu bewerten. Wenn man seine Kreditkarte hinterlegt, kann man sogar bargeldlos reisen.
 
grab in kuala lumpur besser als taxi oder uber

Sogar mit Entertainmentsystem - ein Grab-Car in Kuala Lumpur

 
Unser netter Grab-Fahrer hat uns also gut und wahnsinnig günstig (die Fahrten kosten meist nicht mehr als 1 EUR) zu unserem Apartment in die Stadt gebracht. Und diesmal hatten wir Glück. Wir haben eine saubere und großzügige 55 m² Wohnung mit Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer und großem Badezimmer (mit eigener Duschkabine) bezogen. Daneben hatte das Hochhaus, in dem sich unser Apartment befand, auch einen Fitnessraum, einen riesigen Pool und einen fantastischen Blick über die Stadt und die Petronas Tower. Und das alles für nur 23 EUR die Nacht!
 
 
 
Die Lage war ebenfalls Top. Um die Ecke waren gleich ein paar Restaurants und die bekannte Streetfood Straße Jalan Alor, in der man das Gewusel und die Vielfalt der malaysischen – aber auch der pakistanischen, indischen, thailändischen und arabischen Küche genießen konnte. Aber wenn es in Kuala Lumpur etwas im Überfluss gibt, dann sind es Malls. Riesige Tempel der Kauflust, die teilweise unterirdisch miteinander verbunden sind und auf 16 C° (für wen ist das bitte eine Wohlfühltemperatur?) dauerhaft runtergekühlt werden. Eine Mall hat beispielsweise 8 Stockwerke, auf denen ausschließlich Technik verkauft wird. Das Verrückteste daran ist, dass alle Geschäfte das Gleiche verkaufen… Ein anderes Shopping-Center hat sogar einen eigenen Freizeitpark mit Achterbahn. Allein die Foodcourts der meisten Malls bieten oft mehr Auswahl als so manche deutsche Großstadt.
 
 
 
jost in kuala lumpur mit Wein im pool auf der dachterrasse im 42. stock

Was für ein Ausblick - mit einem Wein im Pool auf der Dachterrasse im 42. Stock

die strasse jalan buket bintang in kuala lumpur

Die Strasse Jalan Buket Bintang in Kuala Lumpur

 
 
Auch wenn wir nicht gerade dafür bekannt sind, dass wir gerne shoppen gehen, mochten wir KL – wie es die Einheimischen nennen - auf Anhieb. Vor allem die offen gelebte Multikulturalität hat uns echt beeindruckt. In Kuala Lumpur leben Menschen aus unterschiedlichsten Ländern, mit verschiedensten kulturellen und religiösen Hintergründen, friedlich zusammen (so hatte wir jedenfalls den Eindruck). Und das Beste, alle sprechen eine Sprache, Englisch. Egal ob im Hotel, im Wäschesalon oder am nächsten Streetfood-Stand, die Kommunikation ist kein Problem! KL ist definitiv eine Stadt, in der wir uns vorstellen könnten, zu leben.
 
 
 
Nur die Wein-Preise waren, wie in vielen muslimisch geprägten Ländern typisch, für unseren Geschmack zu hoch. Die günstigsten Weine fangen bei 12 Euro an, anständige Weine bei ca. 20 EUR. Dafür kann man sich bei der Auswahl nicht beschweren. Vor allem Weine aus Australien, Chile, Argentinien, Frankreich, Italien und Spanien wurden umfassend angeboten. Deutsche Weine haben wir dagegen kaum gesehen.
 
wein auswahl im supermarkt in kuala lumpur

Trotz relativ hoher Preise, angemessene Auswahl an Weinen im Supermarkt

 
 
Alles in allem kann man sagen, dass wir die Zeit in Kuala Lumpur sehr genossen haben. Die Stadt ist im Umbruch und das sieht man, egal wohin man geht. Der Staat hat das ambitionierte Ziel die Lebensqualität in Malaysia bis 2020 drastisch zu erhöhen und Kuala Lumpur möchte als Hauptstadt mit der Strategie „Kuala Lumpur 2020“ ganz vorne mit dabei sein. An allen Ecken und Enden wird gebaut. Gehwege werden neu gepflastert und als Schutz vor Sonne und Regen überdacht. Weitere riesige Hochhäuser entstehen im Zentrum der Stadt, neue Parks werden angelegt und die schmuddeligen Ecken verschwinden mehr und mehr. Auch jetzt schon ist Kuala Lumpur eine schöne Stadt, die ich sehr empfehlen kann. Wem sie noch zu dreckig und unordentlich ist, der sollte vielleicht in ein paar Jahren einen neuen Versuch starten.
 
juliane bettinga mit ausblick auf die petronas towers in kuala lumpur

Fantastischer Ausblick von der Dachterrasse unseres Gebäudes auf die Stadt

 
 
Nach über einer Woche in Kuala Lumpur sollte unsere Reise ins benachbarte Singapur weitergehen. Da die Preise dort leider deutlich höher sind und weit über unserem normalen Reisebudget liegen, haben wir nur einen kurzen Zwischenstopp von 3 Tagen eingelegt. Unser bereits vor Wochen gebuchtes Hotel in Singapur haben wir auf den letzten Drücker noch einmal storniert, weil wir ein besseres Angebot gefunden haben. Wie sich später herausstellte, lag dieser super Preisschnapper mitten im Rotlichtviertel von Singapur... Was das zur Folge hatte, kannst du im nächsten Artikel lesen.