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Wäschereifiasko in Peking

6. Dezember 2018
 

Oder wie wir rausgingen, um eine Wäscherei zu finden und mit Rückschmerzen heimkehrten

Nach dem ungewöhnlichen Start in Peking (hier dazu mehr) und einer kurzen Nacht, wollten wir uns endlich aufmachen die Stadt zu erkunden.

Bevor wir uns jedoch ins Getümmel stürzen und Sightseeing betreiben konnten, mussten wir tun, was jeder Weltreisende dann und wann tun muss - Wäsche waschen. Zum Glück gibt es in Asien Wäschereien wie Sand am Meer, die zu unglaublich günstigen Konditionen innerhalb kürzester Zeit waschen... so wurde es uns jedenfalls im Vorfeld erzählt, nicht ahnend, dass dies nicht für Peking gilt.

Als Erstes warfen wir einen Blick auf den Wäscheservice unseres Hotels. Dies wäre für uns die einfachste Lösung gewesen, jedoch hätte ich für ein T-Shirt schlappe vier Euro bezahlt! Desillusioniert von den horenten Preisen und über uns fluchend, weil wir in einem 5-Sterne Hotel und nicht in einem Hostel mit Waschmaschine und Trockner übernachteten, machten wir uns auf, eine bezahlbare Wäscherei in der Nähe unseres Hotels zu suchen. Das stellte sich jedoch schwieriger heraus als erwartet, da die Google-Dienste in China nicht funktionieren und wir keine Anhaltspunkte hatten, wo sich Wäschereien befinden könnten… Ich hatte mir zwar vorab eine Offline-Karte von Maps.me runtergeladen, die half in diesem Fall aber leider auch nicht weiter.
 
chinesischer lieferwagen vor waescherei in peking

Lieferwagen einer Wäscherei

 
So irrten wir durch die Straßen, bis wir an einen Massagesalon kamen, deren Besitzerin Englisch sprach und uns den Weg zum nächsten Waschsalon zeigte, der gleich um die Ecke war. Als wir unsere schmutzige Wäsche auf dem Tresen ausbreiteten, schreckte die Mitarbeiterin des Waschsalons zurück und schüttelte energisch den Kopf. Man erklärte uns dann, dass man keine Unterwäsche annehme und diese woanders gereinigt werden müsste. Zum Glück kannte die Massagesalon-Besitzerin eine weitere Wäscherei und begleitete uns auch hierhin. Hier breiteten wir erneut unsere dreckige Wäsche aus und zählten die Kleidungsstücke durch. 29 Euro war das Ergebnis, für 10 Unterhosen und 8 T-Shirts. Besser als im Hotel aber definitiv noch immer zu teuer!

Also entschieden wir uns das Kapitel "Wäscherei Peking" für den heutigen Tag gut sein zu lassen (wir hatten noch Not-Unterwäsche für drei Tage 😉) und gingen zurück zum Hotel. Auf dem Weg dorthin, kamen wir an dem Massagesalon vorbei und entschieden uns spontan für 8 EUR pro Person eine traditionell chinesische Massage zu buchen, denn das Studio sah ordentlich aus und die Besitzerin hatte uns so nett geholfen.

Nachdem wir die Massage an der Rezeption gebucht hatten, wurden wir in einen Raum mit Massageliegen geführt und allein gelassen. So wie ich es von Massagen in Deutschland kenne, habe ich dann ganz selbstverständlich angefangen mich auszuziehen. Ich war also gerade dabei mein Hemd abzulegen, als eine der Masseurinnen reinkam, erschrak und quiekend sowie mit den Armen wedelnd wieder rausrannte. Im ersten Moment nahm ich die Reaktion auf meinen nackten Oberkörper schon etwas persönlich, war mir ein solches Feedback doch gänzlich neu. Sekunden später öffnete die Besitzerin die Tür - nur einen kleinen Spalt – und erklärte uns, dass es nicht üblich sei sich für eine Massage auszuziehen und bat mich, meine Kleidung wieder anzulegen. Ich entschuldigte mich, zog mich wieder an und legte mich in voller Montur auf die Liege. Nachdem ich dann allen beteuerte, dass wir wieder angezogen waren, betraten die Masseurinnen das Zimmer und es wurde mit der Massage begonnen.

Ohne zu übertreiben kann ich sagen, dass das die schlechteste Massage war, die ich jemals in meinem Leben hatte! Ich denke sogar, dass es mehr geschadet als geholfen hat. Nicht nur, das völlig wild und konzeptlos auf mir herum gedrückt wurde, die Masseurin hat auch noch nebenbei mit dem Handy gespielt und immer wenn ich geguckt habe, hat sie es schnell weggelegt. Anschließend hat sie sich für die nächsten zwei Minuten auf ihre Arbeit konzentriert, bis das Spiel von vorne losging. Ich war heilfroh, dass wir nur eine halbe Stunde gebucht hatten!

 
Zurück im Hotel, recherchierten wir nach einer Alternative für die Wäscherei und stießen auf laundrytown.com, eine Internetseite über die man einen Wäscheservice inkl. Abholung beauftragen kann. In Peking sollte ein Kilo Wäsche 30 Yuan + 50 Yuan für die Abholung und Lieferung kosten. Das Geld sollten wir in einen Umschlag in den Wäschebeutel legen und den Beutel an der Rezeption hinterlegen. Wir hatten drei Kilo Wäsche, also wagten wir das Experiment, taten 150 Yuan (umgerechnet 19 Euro) in den Wäschebeutel und gaben es an der Rezeption ab. Zwei Tage später erhielten wir unsere Wäsche gewaschen und gebügelt zurück und auch das passende Wechselgeld fanden wir zwischen unseren frischen Klamotten. Alles in allem also ein Service, den wir empfehlen können, sollte es sich mit der Suche nach einer Wäscherei mal wieder schwieriger gestalten.

Was wir alles in Peking erlebt haben, kannst du in einer der nächsten Artikel nachlesen. Hiergeht es zurück zur Übersicht unserer Asien Artikel.